Entscheidung der Gilde

Patrizier Sven
Tagebucheintrag

Kurz nach dem FrĂŒhstĂŒck traf ein Botenjunge bei mir ein, er hatte einen wichtigen Brief des Gildenrates dabei. Das muss er sein! Die Antwort auf meinen Antrag ist gekommen. Vor Aufregung hĂ€tte ich fast das Wegegeld fĂŒr den Botenjungen vergessen.

Meine HĂ€nde zitterten als ich den Brief öffnete, es musste der Beitritt sein! Immerhin hatte ich bereits von meinen letzten Ersparnissen ein Schiff bestellt, zwar nur eine kleine Schnigge, aber immerhin. Eine Absage wĂŒrde meine Ruin bedeuten. Ich ĂŒberfliegende die Zeilen in Windeseile und suche die bedeutsamen Worte. Da sind sie:

„bla bla bla … der Rat der Gilde hat Eurem Antrag zum Beitritt stattgegeben. Ihr dĂŒrft damit offiziell Handel im Gebiet der Hanse tĂ€tigen, ProduktionsgebĂ€ude in Eurer Heimatstadt zu errichten und an Sitzungen der Gilde teilnehmen … bla bla bla”

Es fĂ€llt mir ein Stein vom Herzen, und gleichzeitig sehe ich die Arbeit die nun vor mir liegt. Kaum habe ich den Brief zu Ende gelesen kommt ein Bote und bringt mir eine Nachricht der Werft: „Euer Schiff ist fertig”. Heute scheint mein GlĂŒckstag zu sein, zwei hervorragende Nachrichten – und das noch vor dem Mittag.

Bevor ich jetzt aber zu neuen Gefilden aufbreche habe ich noch den fĂŒr schweren Gang zur Familie. Meine Mutter hatte mir immer vorgehalten: Mach doch was VernĂŒnftiges, so wie alle anderen auch! Die Familie deines Onkels arbeitet schon seit Generationen in der Eisenschmelze – das ist eine angesehene Arbeit! Oder sieh dir deine Schwester an, die Familie in welche sie eingeheiratet hat, ist wohl bekannt auf den Obstplantagen. Auch mein Vater war von meiner Idee HĂ€ndler zu werden nicht begeistert. Er arbeitet in einer Weberei und hĂ€tte es gerne gesehen, wenn ich in seine Fußstapfen getreten wĂ€re.

Sie haben meine Nachricht ĂŒber den erfolgreichen Beitritt zur Gilde gelassen aufgenommen, besser als ich vermutet habe. Auch die Bedenken hielten sich diesmal in Grenzen. Beruhigt trete ich meinen Heimweg an, ich sehne mich nach Schlaf, ich habe morgen viel zu tun 



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